WiR-Pressegespräch
Donnerstag, 11. März 2010 um 12.15 Uhr
im Burse-Cafe im Bursengang
Günter Rausch und WiR – Wechsel im Rathaus – stehen für menschenwürdige Arbeitsplätze für ein gutes Leben für alle. Dieter Salomon bejubelt Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen.
Sowohl in seinen öffentlichen Auftritten, als auch auf seiner Homepage und in seiner Wahlkampfbroschüre stellt der bisherige OB die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Freiburg als eine der zentralen Leistungen seiner Amtszeit heraus.
Seine ständig wiederholte Feststellung: Seit 2002 sind 10000 neue Arbeitsplätze entstanden.
Dieser Behauptung des Amtsinhabers ist WiR anhand offizieller Statistiken auf den Grund gegangen, und stellt heute die Ergebnisse dieser Untersuchung der Öffentlichkeit vor:
Als Fazit der Analyse der Entwicklung auf dem Freiburger Arbeitsmarkt seit 2002 lässt sich feststellen:
Der Zuwachs an Arbeitsplätzen in Freiburg seit 2002 findet fast ausschließlich bei prekären Arbeitsverhältnissen und Teilzeitstellen statt, während Vollzeitstellen wegfielen oder in Leiharbeit übergingen.
Fast 1200 Vollzeitarbeitsplätze fielen seit 2002 ganz weg,
mehr als 1400 Voll-, bzw. Teilzeitarbeitsplätze wurden zusätzlich durch Leiharbeitsplätze ersetzt,
auch über 700 sogar 1-Euro-Jobs sind enthalten,
fast 4000 Menschen mehr als 2002 sind ausschließlich im Minijob beschäftigt.
Günter Rausch stellt fest:
Genau diese, von Herrn Dr. Salomon als so positiv herausgestellten Veränderungen auf dem Freiburger Arbeitsmarkt verschärfen in Wirklichkeit die Probleme der Menschen in unserer Stadt, in der die Einkommensverhältnisse bekanntermaßen schon zuvor im unteren Bereich angesiedelt sind.
Diese Entwicklung führt u.a. zwangläufig:
- zur weiteren Verarmung breiter Schichten. Nicht zufällig wächst parallel dazu die Zahl der working poor bzw. Hartz-IV-AufstockerInnen stark an.
- Zum Zerbrechen von Lebensarbeitsbiografien mit allen bekannten Folgen für die soziale Wirklichkeit in unserer Stadt
- zum massiven zukünftigen Anstieg der Altersarmut, weil immer mehr Menschen die Möglichkeit genommen wird, einen ausreichenden Rentenanspruch zu erwerben
- nicht zuletzt zum massiven Absinkeben der Kaufkraft in Freiburg mit Folgeproblemen für die Freiburger Wirtschaft und auf die direkten und indirekten Steuereinnahmen der Stadt
Deshalb darf diese, von Dieter Salomon so hochgelobte Entwicklung nicht in die Zukunft weiter gefördert werden.
Günter Rausch und die Bürgerinitiative WiR – Wechsel im Rathaus stehen für menschenwürdige, armutsfeste, soziale Arbeitsplätze in Freiburg. Die Investitionen in neue Stellen für die dringenden kommunalen Aufgaben sind gut angelegt und versprechen in vielerlei Hinsicht Profit und nicht zuletzt eine finanzielle Entlastung durch wegfallende Sozialleistungen und steigende Steuereinnahmen.
Freiburg, 11.3.2010
Prof. Dr. Günter Rausch, Martin Klauss
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